Die Dachformen

Wissenswertes zum Thema Dachformen

Dächer sind nicht nur funktional, sondern prägen auch maßgeblich das Erscheinungsbild einer Immobilie. Die Wahl der optimalen Dachform beeinflusst nicht nur die Ästhetik, sondern auch die Funktionalität und Energieeffizienz eines Hauses.

Von traditionellen bis zu modernen Designs gibt es eine Vielzahl von Dacharten, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringen.

In den folgenden Absätzen werfen wir einen tieferen Blick auf die Vielfalt der Dachformen.


Die Dachformen - Ein kurzer Überblick

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Hausdächern. Je nach Wunsch und Vorstellungen der Bauherren, sowie der Vorgabe der jeweiligen Bebauungsplänen steht man hier vor eine sehr großen Auswahl.

Wir führen Euch euch nun die beliebtesten und die am häufigsten verwendeten Dachformen in Deutschland auf und erklären Euch auch direkt was die Vor- und Nachteile einer jeden Dachform sind.

Das Flachdach

Das Flachdach scheint auf den ersten Blick als einfachste Dachform, doch es birgt eine bautechnische Herausforderung. Im Gegensatz zu geneigten Dächern sind Flachdächer, wie der Name schon sagt, nahezu flach.

Sie bieten moderne ästhetische Möglichkeiten und können für Dachterrassen oder als Basis für Solaranlagen genutzt werden. Eine effiziente Entwässerung ist hierbei jedoch besonders wichtig.

Trotz einer geringen Neigung von gewöhnlich 1,1 bis 2,9 Grad gestaltet sich der Abfluss von Regenwasser nicht immer problemlos.

Aus diesem Grund ist äußerste Sorgfalt erforderlich. Selbst die kleinste Lücke in der Abdeckung darf nicht übersehen werden, da sie zu Wasseransammlungen und damit verbundenen Problemen führen kann.

Im Gegensatz zu geneigten Dächern sind Flachdächer, wie der Name schon sagt, nahezu flach. Sie bieten moderne ästhetische Möglichkeiten und können für Dachterrassen oder als Basis für Solaranlagen genutzt werden. Eine effiziente Entwässerung ist hierbei jedoch besonders wichtig.

Vorteile:

  • Ästhetik und Modernität: Flachdächer verleihen Gebäuden ein zeitgemäßes, modernes Aussehen und ermöglichen oft die Integration von Dachterrassen oder Gründächern.
  • Raumnutzung: Sie erlauben eine effiziente Nutzung des Raumangebots im Gebäude, da das Dachgeschoss oft ohne Dachschrägen voll nutzbar ist.
  • Installation von Technik: Flachdächer bieten eine gute Möglichkeit zur Installation von Solaranlagen, Klimaanlagen oder anderen technischen Einrichtungen.

Nachteile:

  • Entwässerung: Eine effektive Entwässerung ist kritisch. Bei unzureichender Neigung können Wasseransammlungen auftreten, die zu Undichtigkeiten führen.
  • Wartung: Flachdächer erfordern regelmäßige Wartung und Inspektionen, um mögliche Undichtigkeiten, Risse oder Beschädigungen rechtzeitig zu erkennen und zu beheben.
  • Höhere Anfälligkeit: Im Vergleich zu steileren Dächern sind Flachdächer anfälliger für Witterungseinflüsse und erfordern eine präzisere Abdichtung, um Leckagen zu verhindern.
  • Kosten: Die Installation eines Flachdachs kann aufgrund der besonderen Abdichtungsmaterialien und der erforderlichen Sorgfalt bei der Ausführung teurer sein als andere Dachformen.

Das Pultdach

Wenn ein flaches Dach eine Neigung von über zehn Grad aufweist, bezeichnet man es als Pultdach. Dieses Dach zählt zu den einfachsten Formen von Steildächern und ist daher relativ kostengünstig.

Besonders vorteilhaft ist es für Photovoltaikanlagen, da im Vergleich zur Grundfläche keine andere Dachform mehr Fläche bietet, die sich ideal zur Sonnenausrichtung eignet.

Dächer, bei denen mehrere Pultdächer wie die Zähne einer Säge hintereinander angeordnet sind, nennt man Sheddach.

Diese Art des Daches findet jedoch üblicherweise nur bei Hallenbauten Anwendung und wird dort zunehmend als veraltet angesehen.

Vorteile:

  • Einfache Konstruktion: Aufgrund ihrer Einfachheit in der Konstruktion sind Pultdächer vergleichsweise kostengünstig zu bauen.
  • Nutzung von Sonnenenergie: Sie eignen sich gut für die Installation von Solaranlagen, da die einseitige Neigung viel Dachfläche für die Sonneneinstrahlung bietet.
  • Modernes Design: Pultdächer verleihen Gebäuden ein zeitgemäßes, modernes Aussehen und bieten architektonische Vielfalt.

Nachteile:

  • Entwässerung: Die Entwässerung erfolgt nur auf einer Seite des Dachs. Wenn die Abdichtung nicht einwandfrei ist, können sich auf der flachen Seite Wasseransammlungen bilden, die zu Undichtigkeiten führen.
  • Raumnutzung im Dachgeschoss: Die Schrägen des Pultdachs können die Raumnutzung im Dachgeschoss einschränken, im Vergleich zu anderen Dachformen mit höherer Deckenhöhe.
  • Ästhetische Einschränkungen: Die einseitige Neigung kann die ästhetische Gestaltungsmöglichkeiten des Gebäudes begrenzen.

Das Walmdach/ Zeltdach

Sowohl beim Walmdach als auch beim Zeltdach sind alle vier Seiten des Gebäudes mit geneigten Dachflächen bedeckt, was bedeutet, dass keine traditionellen Giebelflächen vorhanden sind.

Anders als beim Satteldach haben die Seitenflächen des Walmdachs keine Giebel, sondern schräge Dreiecksflächen. Walmdächer bieten eine größere Stabilität und verbesserte Windbeständigkeit.

Allerdings ist diese Art der Dachkonstruktion tendenziell etwas kostenintensiver. Im Gegensatz zum Walmdach fehlt beim Zeltdach der traditionelle Dachfirst. Diese Form entsteht, wenn ein Haus einen quadratischen Grundriss mit vier gleichlangen Außenmauern aufweist.

Das Krüppelwalmdach weist eine trapezförmige Giebelfläche auf, während die geneigten Dachflächen kleiner sind als die übrigen Dachflächen.

In diesen Dachvarianten ist die Raumhöhe unter dem Dach oft niedriger im Vergleich zu anderen Dachformen, wobei hier eine Dachgauben für Abhilfe schafft.

Vorteile:

  • Stabilität: Die Bauweise des Walmdachs, bei der alle vier Dachseiten geneigt sind, verleiht der Konstruktion eine erhöhte Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber Winden.
  • Schutz der Außenwände: Durch die fehlenden Giebelflächen sind die Außenwände besser vor Witterungseinflüssen geschützt, was zu einer längeren Lebensdauer der Außenfassade führen kann.
  • Ästhetik: Das Walmdach verleiht Gebäuden eine elegante und ansprechende Ästhetik, die oft als attraktiv empfunden wird.

Nachteile:

  • Komplexität und Kosten: Die Konstruktion eines Walmdachs ist im Vergleich zu anderen Dachformen aufwendiger und kann daher teurer sein.
  • Weniger Raum im Dachgeschoss: Aufgrund der abgeschrägten Dachflächen bietet das Walmdach weniger Raum im Dachgeschoss im Vergleich zu anderen Dachformen mit steileren Neigungen.
  • Weniger Raum für Dachgauben: Aufgrund der Bauweise mit vier geneigten Seiten gibt es weniger Fläche für Dachgauben, was die Möglichkeiten für zusätzlichen Raum im Dachgeschoss einschränken kann.

Das Mansarddach

Das Mansarddach zeichnet sich durch abgeknickte Dachflächen im unteren Bereich aus, wodurch der Raum unter dem Dach effizienter genutzt werden kann. Diese Form eignet sich insbesondere für große Mehrfamilienhäuser.

Früher wurde dieses Dachdesign auch bei Einfamilienhäusern genutzt, vor allem an Orten, wo Vollgeschosse höher besteuert wurden als Dachgeschosse. Heutzutage gibt es jedoch keine derartige Steuer mehr, und baurechtlich macht dies kaum noch einen Unterschied, da die meisten Bauordnungen ein Vollgeschoss dann definieren, wenn mindestens zwei Drittel der Fläche über eine gewisse Raumhöhe verfügen.

Dennoch verleihen Mansarddächer Einfamilienhäusern oft ein besonders edles und hochwertiges Erscheinungsbild. Tatsächlich ist diese Dachform teurer als beispielsweise ein gewöhnliches Schleppdach.

Ein Mansardwalmdach kombiniert Elemente des Mansarddachs und des Walmdachs, wobei alle vier Seiten des Hauses geneigte Dachflächen aufweisen.

Vorteile:

  • Effiziente Raumnutzung: Die abgeknickten Dachflächen im unteren Bereich erlauben eine effiziente Nutzung des Raums unter dem Dach, was zusätzlichen Wohnraum schafft.
  • Ästhetik: Mansarddächer verleihen Gebäuden oft ein edles und ansprechendes Aussehen, was zu einer hochwertigen Ästhetik führt.
  • Historisches Erbe: Diese Dachform ist historisch bedeutsam und wird oft mit traditioneller Architektur in Verbindung gebracht, was vielen Gebäuden einen besonderen Charme verleiht.

Nachteile:

  • Kosten: Die Konstruktion eines Mansarddachs ist im Vergleich zu anderen Dachformen aufwendiger und kann daher teurer sein.
  • Komplexität: Die komplexen Winkel und die Konstruktionsweise machen die Reparatur oder Renovierung des Dachs möglicherweise schwieriger und teurer.
  • Dachneigung: Die abgeflachte Dachneigung im oberen Bereich kann die Nutzung des Dachgeschosses einschränken, da hier die stehende Raumhöhe begrenzt ist.

Das Schleppdach

Ein Schleppdach ist eine Dachform, bei der die Dachfläche über die Außenmauern des Gebäudes hinausragt. Im Gegensatz zu anderen Dachformen wie dem Satteldach oder Walmdach bildet das Schleppdach keine eigenständige Dachform, sondern fungiert als Verlängerung oder Erweiterung der bestehenden Dachfläche.

Es erstreckt sich über einen Teil der Außenwand und schafft so einen überdachten Bereich, der als Eingang, Carport, Terrasse oder Lagerfläche genutzt werden kann.

Das Schleppdach ist vielseitig einsetzbar und bietet Schutz vor Witterungseinflüssen für den Bereich unterhalb der erweiterten Dachfläche.

Vorteile:

  • Funktionalität: Schleppdächer bieten zusätzlichen überdachten Raum außerhalb des Gebäudes, der für verschiedene Zwecke wie Eingänge, Carports, Terrassen oder Lagerflächen genutzt werden kann.
  • Witterungsschutz: Sie bieten Schutz vor Witterungseinflüssen wie Sonne, Regen oder Schnee für den Bereich unterhalb des erweiterten Dachs.
  • Ästhetik: Schleppdächer können architektonisch ansprechend sein und dem Gebäude ein interessantes Erscheinungsbild verleihen.

Nachteile:

  • Bauplanung und Kosten: Die Integration eines Schleppdachs erfordert sorgfältige Planung und kann zusätzliche Kosten für Materialien und Konstruktion bedeuten.
  • Wartung: Schleppdächer erfordern regelmäßige Wartung, um die Integrität der Struktur und die Abdichtung zu gewährleisten.
  • Begrenzte Raumhöhe: Je nach Ausführung kann die Raumhöhe unter dem Schleppdach begrenzt sein, was die Nutzungsmöglichkeiten beeinträchtigen kann.

Das Satteldach

Ein Satteldach ist eine der gebräuchlichsten und beliebtesten Dachformen und besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die an einem Punkt in der Mitte des Gebäudes zusammenlaufen.

Diese Form bildet ein charakteristisches Dreieck oder Giebel an beiden Enden des Gebäudes. Das Satteldach zeichnet sich durch seine einfache Bauweise aus, die eine effiziente Entwässerung ermöglicht und gleichzeitig Raum im Dachgeschoss für potenzielle Wohn- oder Lagerzwecke bietet.

Es ist vielseitig und passt gut zu verschiedenen architektonischen Stilen, von traditionell bis modern. Die Neigung des Satteldachs kann je nach Klima und ästhetischen Präferenzen variieren, um beispielsweise Schneelasten oder Regenabfluss zu berücksichtigen.

Die klare Struktur des Satteldachs macht es auch relativ kostengünstig im Vergleich zu komplexeren Dachformen. Aufgrund seiner Beliebtheit und Vielseitigkeit findet man Satteldächer oft in Wohnhäusern, Scheunen und anderen Bauwerken.

Vorteile:

  • Effiziente Entwässerung: Die geneigte Form ermöglicht eine effektive Ableitung von Regenwasser und Schnee, was das Risiko von Wasserschäden minimiert.
  • Raumnutzung im Dachgeschoss: Die Form des Satteldachs schafft Raum im Dachgeschoss, der für zusätzlichen Wohnraum, Lagerung oder andere Zwecke genutzt werden kann.
  • Vielseitigkeit: Satteldächer passen gut zu verschiedenen Architekturstilen und bieten Flexibilität bei der Gestaltung von Giebeln, Dachgauben und anderen architektonischen Details.

Nachteile:

  • Höhere Windanfälligkeit: Bei unzureichender Verankerung oder Konstruktion können Satteldächer anfälliger für Windlasten sein, insbesondere in Gebieten mit starken Stürmen oder Orkanen.
  • Höhere Baukosten bei komplexen Designs: Je nach Komplexität der Gestaltung und gewählten Materialien können die Baukosten für ein Satteldach höher sein.
  • Raumgestaltung im Dachgeschoss: Die schrägen Wände des Satteldachs können die Nutzung des Dachgeschosses beeinträchtigen, da sie die verfügbare stehende Raumhöhe einschränken.

Tipps zur Entscheidung

Die Wahl der optimalen Dachform für das zukünftige Eigenheim kann von verschiedenen Faktoren abhängen.

Wir haben dennoch versucht Euch nachfolgend einige Entscheidungshilfen aufzuführen:

  • Ästhetische Präferenzen: Vorab Überlegung darüber, welcher Dachstil am besten zum Gesamtdesign des Hauses und zu eurem persönlichen Geschmack passt. Einige mögen das traditionelle Aussehen von Satteldächern, während andere die Modernität von Flachdächern bevorzugen.
  • Funktionalität: Ein sehr wichtiger Punkt bei der Wahl der Dachform ist die Funktionalität des Dachs. Satteldächer bieten oft Platz für Dachgauben oder eine höhere Raumausnutzung im Dachgeschoss, während Flachdächer Raum für Solaranlagen oder Dachterrassen bieten können.
  • Klimatische Bedingungen: Berücksichtigung das lokale Klimas. In Regionen mit starken Niederschlägen sind Dächer mit steileren Neigungen möglicherweise vorteilhafter, um den Wasserablauf zu verbessern.
  • Budget und Baukosten: Einfluss auf die Wahl der Dachform haben auch die Kosten für Materialien, Konstruktion und Wartung. Komplexere Dachformen können teurer sein als einfachere.
  • Bauvorschriften: Eine Vorabinformation über lokale Bauvorschriften und -beschränkungen ist absolut empfehlenswert, da diese möglicherweise die Wahl der Dachform beeinflussen könnten.
  • Raumausnutzung: Für die Nutzung des Dachgeschosses ist eine Berücksichtigung der Raumausnutzung essentiell. Einige Dachformen bieten mehr stehende Raumhöhe als andere.
  • Langfristige Überlegungen: Einige Dachformen erfordern mehr Wartung oder sind anfälliger für bestimmte Witterungseinflüsse. Hierzu zählen auf jeden Fall die langfristigen Wartungs- und Reparaturkosten.

Abschließend wäre noch zu erwähnen, dass es hilfreich sein kann mit einem Architekten oder Bauexperten zu sprechen, um die best mögliche Option zu finden.