Ein Garten auf dem Dach: Was Ihr bei einer Dachbegrünung beachten müsst

Ein Garten auf dem Dach: Was Ihr bei einer Dachbegrünung beachten müsst

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Mit einer Dachbegrünung setzt Ihr bei Eurem Traumhaus optische Akzente, verbessert das Klima und leistet einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt: Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten finden in Eurem Garten auf dem Dach neuen Lebensraum. Welche Vorteile ein begrüntes Dach außerdem hat und was Ihr für die Planung und Umsetzung außerdem wissen müsst, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

Mehr als ein Garten auf dem Dach: Was bepflanzte Dächer leisten

Ein begrüntes Dach ist ein echter Hingucker und darüber hinaus ein wichtiger Baustein im ökologischen Bauen. Die Pflanzen auf dem Dach wandeln schädliches Kohlendioxid in Sauerstoff um und filtern Feinstaub aus der Luft. Ihr profitiert von einem guten Mikroklima in Eurem Wohnumfeld – auch, weil das in den Pflanzen gespeicherte Wasser verdunstet und die umgebende Luft kühlt und befeuchtet. Besonders in Innenstädten tragen grüne Dächer im Sommer zur Aufenthaltsqualität bei.

Indem Ihr einen Lebensraum für Pflanzen und Insekten schafft, leistet Ihr außerdem einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Auf begrünten Dächern gedeihen selten gewordene Pflanzen und Gräser. Außerdem fühlen sich dort bedrohte Insektenarten zu Hause.

Ein bepflanztes Dach speichert Regenwasser und entlastet die Kanalisation: Bei Starkregen wird das Wasser verzögert abgeleitet. Manche Kommunen belohnen Eigentümer von Gründächern mit geringeren Abwassergebühren.

Sparpotenzial besitzt eine Dachbegrünung auch im Hinblick auf die Energiekosten. Im Winter wirkt sie wie eine Wärmedämmung. Verglichen mit einem Kiesdach ist der Wärmeverlust drei bis zehn Prozent geringer. Praktisch: Im Sommer wird das bepflanzte Dach zur Klimaanlage. Außerdem wirkt es schalldämmend.

Da die Pflanzen auf dem Dach die Bausubstanz vor Witterungseinflüssen wie UV-Strahlen, Regen, Hagel oder Schnee abschirmen, erhöht sich die Lebensdauer des Dachs auf bis zu 25 Jahre.


Hat eine Dachbegrünung auch Nachteile?

Da das Bodensubstrat und die Pflanzen Wasser speichern, birgt eine Dachbegrünung das Risiko von Feuchtigkeitsschäden im Haus – oft allerdings nur theoretisch. Bei einer fachmännisch ausgeführten Dachbegrünung sorgen die verwendeten Materialien dafür, dass die Pflanzenwurzeln die Abdichtung nicht durchstoßen können und Regenwasser durch Drainageschichten vom Dach abgeleitet wird.

Ein begrüntes Dach ist in der Regel teurer als ein konventionelles. Wie groß die Differenz ist, lässt sich jedoch nicht pauschal sagen. Hier kommt es immer auf die Form des Dachs und die Ausführung der Begrünung an. Mitunter ist der Kostenunterschied zwischen schnöder Teerpappe und einem farbenfrohen Dachgarten gar nicht so gravierend.

Je nach Ausführung kann ein bepflanztes Dach relativ pflegeleicht oder aber ebenso arbeitsintensiv wie ein "normaler" Garten sein. In jedem Fall ist eine regelmäßige Kontrolle durch Fachleute empfehlenswert.


Welche Dächer sind für eine Dachbegrünung geeignet?

Auf Flachdächern, wie etwa auf einem Bungalow, lassen sich Dachgärten am einfachsten umsetzen. Achtung: Mit mehreren Lagen Folie und Vlies, Substrat und Pflanzen kommt eine Menge Gewicht zusammen – das muss die Statik des Gebäudes mitmachen. Daher solltet Ihr unbedingt einen Sachverständigen zurate ziehen.

Wer ein Haus mit Schrägdach besitzt oder bauen will, kann ebenfalls in den Genuss einer Dachbegrünung kommen. Da die Schub- und Erosionskräfte in der Schräge stärker wirken, kommt meist nur eine Extensivbegrünung infrage. Eine ausführliche Beratung durch einen Experten ist unerlässlich. Bei einem Schrägdach gestaltet sich die Pflege der Bepflanzung schwieriger, weshalb Ihr die Kosten für Profiunterstützung einplanen solltet.

Mit unserem Webtool bekommt Ihr übrigens konkrete Vorschläge und Angebote von Fertighaus-Anbietern, die Euch auch zur Dachbegrünung beraten.


Extensive und intensive Dachbegrünung – das sind die Unterschiede

Extensive Dachbegrünung

Bei einer extensiven Dachbegrünung ist die Bepflanzung höchstens 20 Zentimeter hoch und besteht vorwiegend aus Pflanzen wie Mauerpfeffer, Felsen-Fetthenne , Dachwurz oder verschiedenen Gräserarten. Das sind allesamt Gewächse, die auch mit langen Trockenheitsperioden gut zurechtkommen. Eine Bewässerung (je nach Witterung ca. viermal pro Woche) ist meist nur während der Anwuchs- und Entwicklungsphase erforderlich. Ausnahme: Phasen extremer Trockenheit.

Wer sich für eine extensive Dachbepflanzung entscheidet, muss 40 bis 150 Kilogramm Last pro Quadratmeter Dachfläche einplanen. Wenngleich die Planung und Anlage einer extensiven Dachbegrünung auf Flachdächern auch geschickten Laien gelingt, so ist die Zusammenarbeit mit einem Experten die bessere und sichere Alternative.

Intensive Dachbegrünung

Eine intensive Dachbegrünung kommt einem vollwertigen Dachgarten schon ziemlich nah. Hier gedeihen Stauden und Ziergräser, die bis zu 40 Zentimeter hoch werden. Die höhere Pflanzenvielfalt im Vergleich zur extensiven Dachbegrünung hat Gewicht: Über 500 Kilogramm pro Quadratmeter Dachfläche können möglich sein. Das ist also ganz klar ein Fall für eine Fachperson! Wichtig: Eine intensive Dachbegrünung benötigt genauso viel Pflege wie ein klassischer Garten. Regelmäßiges Gießen, das Entfernen von vertrockneten Pflanzenteilen und Unkraut ist Pflicht.


Was kostet eine Dachbegrünung?

Für eine extensive Dachbegrünung müsst Ihr als Richtwert 40 Euro pro Quadratmeter Dachfläche einplanen. Als Faustregel gilt: Je größer das zu bepflanzende Dach, desto günstiger wird der Quadratmeterpreis.

Für eine intensive Dachbegrünung müsst Ihr deutlich tiefer in die Tasche greifen: Selbst die einfachste Ausführung kostet schon doppelt so viel wie die extensive Dachbegrünung.


Förderung für begrünte Dächer sichern

In den meisten Kommunen sind Dachbegrünungen gern gesehen, weshalb viele Gemeinden zwischen 25 und 100 Prozent der Kosten übernehmen. Ausnahme: Baugebiete, in denen Dachbegrünungen vorgeschrieben sind. Erkundigt Euch bei der zuständigen Behörde nach den Fördermöglichkeiten. Aufschluss gibt der Bebauungsplan. Viele Kommunen werten bepflanzte Dächer als Entsiegelungsmaßnahme und belohnen Euch mit günstigeren Abwassergebühren.

Auch die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt begrünte Dächer im Rahmen des Förderprogramms "Energieeffizient sanieren". Als Maßnahme zur Wärmedämmung erhaltet Ihr wahlweise ein vergünstigtes Darlehen oder einen rückzahlungsfreien Zuschuss. Um in den Genuss dieser Förderung zu kommen, müsst Ihr einen Energieberater mit ins Boot holen. Er stellt Euch die erforderliche Bescheinigung aus, die Ihr vor Beginn der Dachbegrünung bei der KfW-Bank einreicht. Mehr Tipps, wie Ihr ein Energiesparhaus bauen könnt, findet Ihr in diesem Blog-Artikel.

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