Bungalow bauen: Vorteile, Kosten und Planung

Bungalow bauen: Vorteile, Kosten und Planung

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Wenn es um das eigene Traumhaus geht, steht der Bungalow bei vielen Baufamilien ganz oben auf der Liste. Tatsächlich bietet ein Bungalow als Hausform eine Vielzahl von Vorteilen. Was für den Bungalow spricht, welche Möglichkeiten es für den Bau gibt, mit welchen Kosten Ihr als Baufamilie rechnen müsst und auf welche Dinge Ihr unbedingt achten solltet, erklären wir Euch in diesem Beitrag.

Vorteile des Bungalows

Der wichtigste Vorteil eines Bungalows liegt in seiner Bauform begründet: Alle Wohnräume befinden sich auf einer Ebene. Ihr braucht also keine Treppen: Dadurch ist der Bungalow von vornherein barrierefrei.

Ein weiterer wichtiger Vorteil dieser Bauweise ist, dass für Reparatur- und Wartungsarbeiten kaum Gerüste erforderlich sind und wenn dann nur in sehr eingeschränktem Umfang. Auch das Dach lässt sich meist leicht erreichen. Dieser Umstand kann dauerhaft eine Menge an Kosten sparen.

Weitere wichtige Vorteile

  • völlige Freiheit bei der Innenraumgestaltung (keine vorgegebenen Positionen für tragende Wände wie bei einem mehrgeschossigen Haus)
  • architektonisch sind Bungalows eher unkompliziert
  • eine angenehme Verbindung zwischen "drinnen" und "draussen" lässt sich oft leicht realisieren (Terrassen, Glaswände, etc.)

Tipp: In unserem Blogartikel Grundriss planen Teil 1 – Zehn Tipps zur richtigen Planung eures Hauses haben wir Euch die wichtigsten Tipps zum passenden Grundriss aufgelistet.


Nachteile der Bungalow-Bauweise

Als Hausform haben Bungalows auch einige Nachteile, derer Ihr Euch bewusst sein müsst.

  • Ihr benötigt ein relativ großes Grundstück
  • die Dachflächen sind relativ groß, was die Kosten erhöht
  • Flachdächer sind häufig wartungsintensiv (daher besser eine andere Dachform wählen, wenn Ihr kostenbewusst bauen wollt)


Bungalow in verschiedenen Bauformen

Grundsätzlich können Bungalows auf verschiedene Weise errichtet werden.

  • als Fertighaus
  • als von einem Architekturbüro individuell geplantes Massivhaus
  • als sogenanntes Ausbauhaus
  • als Fertighaus in abweichender Bauweise (Holzständerbauweise, Holz-Fertighaus, Blockhausbau, etc.)


Bungalow bauen: Kosten richtig kalkulieren

Mit den Bauformen verbunden sind unterschiedliche Kosten. Im Mittel betragen die Baukosten in Deutschland zwischen 1.800 und 3.500 EUR pro m² Wohnfläche – abhängig von der individuellen Ausführung, der Bauweise und der Ausstattung des Hauses. Für einen 130 m² großen Bungalow müsst Ihr demnach mit reinen Baukosten von 230.000 bis 400.000 Euro rechnen. Dazu solltet Ihr als Baufamilie nicht vergessen, die üblichen Baunebenkosten von rund 20 Prozent der Baukosten mit einzukalkulieren.

Aufgrund der hohen Nachfrage sind Bungalows oftmals etwas teurer als mehrgeschossige Häuser – pauschal sagen kann man das aber nicht. Auch die Wohnflächengröße ist nicht zwingend ein Preiskriterium: Ein 120 m² großer Bungalow des einen Fertighausanbieters kann durchaus teurer sein als ein 180 m² großer Bungalow eines anderen. Mit unserer Plattform euerzuhause helfen wir Euch gerne dabei, den richtigen Anbieter zu finden.

Am Ende läuft es bei den Kosten immer auf die Ausführung im Einzelnen hinaus – weshalb Ihr im Vorfeld unbedingt umfassende Preisvergleiche anstellen und Euch möglichst viele Musterhäuser ansehen solltet.


Kosten sparen durch Selbstausbau

Entscheidet Ihr Euch für ein Ausbauhaus (verschiedene Ausbaustufen sind möglich, meist muss der Innenausbau selbst erledigt werden), liegen die Baukosten für Euren Bungalow etwas günstiger. Je nach Eurer erbrachten Eigenleistung könnt Ihr zwischen 15 udn 20 Prozent der Baukosten einsparen.

Noch preiswerter sind Bausatz-Häuser, die buchstäblich als "Bausatz" zum kompletten Selbstaufbau geliefert werden. Hierfür solltet Ihr allerdings entsprechende Bauerfahrung (zum Beispiel als professioneller Bauhandwerker) und eine Schar an ebenfalls fachkundigen Helfern mitbringen.


Bungalow-Bau planen – darauf solltet Ihr achten

Das richtige Grundstück finden

Weil die gesamte Wohnfläche auf einer Ebene liegt, benötigen Bungalows deutlich größere Grundstücke als ein mehrgeschössige Häuser. In Zeiten stark gestiegener Grundstückspreise solltet Ihr den Kostenfaktor nicht außer Acht lassen.

Zudem ist die Platzierung eines Bungalows auf dem Grundstück häufig eine Herausforderung. Viele Neubaugebiete werden heute sehr eng parzelliert: Einen 150 m² Bungalow einigermaßen attraktiv auf einem 800 m² Grundstück unterzubringen, kann sich im Einzelfall als schwierig erweisen.

Ihr seid einerseits gezwungen, gesetzliche Vorgaben zur Grenzbebauung einzuhalten und wollt anderseits bestimmt für ausreichend Sichtschutz sorgen. Dazu müsst Ihr weitere Nutzungsmöglichkeiten für Euer Grundstück, etwa Gemüsegarten, Grillplatz oder Rasenfläche.


Lager- und Nebenflächen einplanen,  Keller bauen

Bei Bungalow empfiehlt es sich besonders, über eine Unterkellerung nachzudenken: Lagerflächen (Allein eine Pelletheizung mit entsprechendem Lagerraum benötigt eine Fläche von 20 bis 25 m²).  und Haustechnikräume vergrößern die meist ohnehin großzügige Grundfläche des Gebäudes. Das treibt die Kosten in die Höhe, da die Baukosten für Lagerflächen und Wohnräume prinzipiell gleich hoch sind.

Lagerflächen im Dachgeschoss sind bei Bungalows häufig nicht möglich: Ein Keller ist also die einzig praktikable Alternative, um kostengünstig mehr Nutzfläche zu schaffen.


Jeder Quadratmeter zählt: Flächenbedarf im Bungalow

Die Frage, wie viel Wohnraum Ihr tatsächlich braucht, solltet Ihr schon im Vorfeld gründlich abwägen – und dabei eine Flächenreserve einplanen. Natürlich erhöht ein "Mehr" an Fläche die Baukosten erheblich und kann zu Problemen mit der Grundstücksgröße führen.

Aber vielleicht benötigt Ihr irgendwann ein zusätzliches Kinderzimmer, möchtet ein Bügelzimmer oder einen Ankleideraum einrichten oder wollt auf Haustechnik mit größerem Platzbedarf umrüsten. Wenn die vorhandene Fläche "auf Kante" geplant war, wird es danach möglicherweise sehr eng.

Nachträglich errichtete Anbauten sind darüber hinaus enorm teuer und aufwendig und in vielen Fällen bautechnisch bei kleineren Grundstücken gar nicht mehr zulässig. Dazu solltet Ihr die sogenannte Grundflächenzahl (GRZ) im Baurecht beachten.


Ausreichende finanzielle Reserven einplanen

Nicht nur der Anstieg der Baukosten in den letzten Jahren durch Preissteigerungen, Lieferengpässe und Verknappung von Baumaterialien sind ein Kalkulationsrisiko. Ungeplante Mehrkosten können sich in sehr vielen Bereichen ergeben, zum Beispiel schon bei der Erschließung des Grundstücks. Bei der Baufinanzierung solltet Ihr daher grundsätzlich einen entsprechenden Spielraum mit einplanen und Euch gegebenenfalls anfallende Mehrkosten auch leisten können.


Wärme & Strom: Betriebskosten im Blick haben

Bei der Wahl der Heiztechnologie und beim Einbau von Zusatztechnologien solltet Ihr gründlich überlegen und zukünftige Energiekosten im Blick haben. Dass fossile Heiztechnologien (Öl, Gas) vermutlich keine sehr empfehlenswerte, zukunftsweisende Lösung sind, dürfte jedem einleuchten.

Alternativen sind aber aktuell schwierig auszumachen, da auch bei Biomasse-Heizungen (Scheitholz, Holzvergaser, Pellets) in Zukunft Preissteigerungen nicht auszuschließen sind und die Kosten der viel beschworenen Wärmepumpe am Ende stark vom aktuellen Strompreis abhängen.

Grundsätzlich ist aber ein hohes Maß an Autarkie (PV-Anlagen, Solarthermie) für die Zukunft ganz sicher vorteilhaft, ebenso wie eine hohe Energieeffizienz (Wärmeschutz, Dämmung). Daneben ist auch moderne Technik (Abwasser-Wärmepumpen, Lüftungen mit Wärmerückgewinnung, Smart Home Funktionen) häufig eine gute Idee – mit den entsprechenden technischen Lösungen solltet Ihr Euch im Vorfeld auf jeden Fall eingehend beschäftigen.

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