Grundrissplanung Teil 3 – Schlafzimmer, Küche und Co.: Die richtigen Raumgrößen für Euer Haus finden

Grundrissplanung Teil 3 – Schlafzimmer, Küche und Co.: Die richtigen Raumgrößen für Euer Haus finden

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Die Planung des Grundrisses für das eigene Zuhause ist für die meisten Baufamilien eine große Herausforderung. Das zukünftige Domizil soll schließlich sämtlichen Wohnbedürfnissen gerecht werden, idealerweise für viele Jahrzehnte. Vor allem bei der Dimensionierung der einzelnen Räume tun sich viele angehende Eigenheimbesitzer schwer: Mit diesen Tipps gelingt Euch die Grundrissplanung.

Der individuelle Platzbedarf ist entscheidend

In erster Linie kommt es bei der Planung des Grundrisses auf die Anzahl der Personen an, die heute und in Zukunft zum Haushalt gehören. So haben Singles oder Paare andere Platzbedürfnisse als eine Familie mit zwei Kindern. Ist weiterer Nachwuchs geplant, sollten zusätzliche Kinderzimmer eingeplant werden. Wer häufiger von zu Hause aus arbeitet, benötigt ein Arbeitszimmer (8 bis 10 Quadratmeter). Bekommt Ihr oft Besuch, lohnt sich ein Gästezimmer (ca. 10 Quadratmeter).

Haustypen und Himmelsrichtungen berücksichtigen

Bei der Grundrissplanung Eures zukünftigen Zuhauses solltet Ihr den gewählten Haustyp und die Ausrichtung berücksichtigen. So eröffnet ein freistehendes, mehrstöckiges Einfamilienhaus deutlich mehr Freiheiten bei der Grundrissplanung als ein ebenerdiger Bungalow.

Weiterhin spielt die Dachform eines Hauses eine wichtige Rolle für die Nutzbarkeit von Flächen. Davon hängt zum Beispiel ab, ob ein Arbeitszimmer oder ein Hobbyraum unter dem Dach tatsächlich realisierbar sind.

Die Sonneneinstrahlung verleiht einem Haus Wohnlichkeit. Daher solltet Ihr vorwiegend tagsüber genutzte Räume zur Sonne ausrichten. Ein nach Osten gelegenes Schlafzimmer ist ideal, um sich morgens von den ersten Sonnenstrahlen wecken zu lassen. Kinderzimmer und der Wohn-Essbereich sind auf der Südseite gut aufgehoben.

Für die Platzierung von Balkonen, Wintergärten oder Terrassen bietet sich die Süd-West-Seite an. Auf der von den Sonnenstrahlen ausgesparten Nordseite ist Platz für Nebenräume wie Abstellkammern oder Flure.

Weitere Tipps zur Planung findet Ihr übrigens in Teil 1 unserer Artikelreihe zum Grundriss.

Wohn- und Essbereich – offen oder geschlossen?

Beim Thema Küche geht der Trend seit vielen Jahren zu einem offenen Wohn-Essbereich. Gleichwohl ist die geschlossene Küche bei Baufamilien nach wie vor gefragt. Bei der Platzierung dieses Wohnbereichs empfiehlt es sich, einen direkten Zugang zu Terrasse und Garten zu ermöglichen, um Frühstück oder Abendessen bei entsprechender Witterung "Open Air" stattfinden zu lassen. Das Einplanen einer Speisekammer ist ebenfalls sinnvoll.

Für die Küche solltet Ihr etwa 10 Quadratmeter einplanen, egal ob sie offen ist oder ein extra Raum. Wenn ihr eine Sitzecke in der Küche wollt, kommen nocheinmal mindestens 5 Quadratmeter dazu. Den offenen Wohn- und Essbereich könnt Ihr mit 30 bis 40 Quadratmeter Wohnfläche veranschlagen. Wollt Ihr die beiden Wohnbereiche räumlich trennen, sind 7 bis 12 Quadratmeter mehr optimal. Sonst wird es schnell zu eng.

Ausreichend große Badezimmer für alle

Es gibt wohl kaum Familien, in denen es morgens im Badezimmer nicht hoch her geht, wenn alle Familienmitglieder zur selben Zeit ins Bad müssen. Wenn es Euer Traumhaus hergibt, solltet Ihr daher ein zweites Badezimmer einplanen, zumindest aber eine weitere separate Toilette. Bisweilen kann es hilfreich sein, das Familienbad so zu dimensionieren, dass es mehrere Personen gleichzeitig benutzen können.

Acht Quadratmeter gelten als Minimum für ein funktionales Badezimmer, falls Ihr eine private Wellness-Oase wünscht, solltet Ihr deutlich mehr Fläche einplanen. Ein Gäste-WC ist bereits auf drei Quadratmetern gut untergebracht.

Entspannte Nachtruhe für Groß und Klein

Das Schlafzimmer solltet Ihr an einer möglichst störungsfreien Stelle im Haus platzieren – idealerweise in der Nähe des Badezimmers. Besonders komfortabel ist die Verbindung mit einem Ankleidezimmer. Alternativ bieten Einbauschränke im Schlafzimmer jede Menge Stauraum.

Ein Elternschlafzimmer sollte mindestens 14 Quadratmeter groß sein. Aber ganz ehrlich ist mehr hier einfach mehr: Überlegt euch einfach mal, wieviel Platz allein die Möbel brauchen: ein großes Doppelbett, zwei Nachtschränke, vielleicht ein Schminktisch oder eine Kommode, auf jeden Fall aber ein großer Kleiderschrank. Lieber etwas größer. Optimal im Schlafzimmer sind eher 16 bis 20 Quadratmeter. Ein extra Ankleidezimmer macht ab sechs bis acht Quadratmetern Sinn.

Bei Kinderzimmern sind 15 bis 20 Quadratmeter empfehlenswert, damit ausreichend Platz zum Schlafen, Lernen und Spielen vorhanden ist. Darüber hinaus kann ein eigenes Bad für den Nachwuchs sinnvoll sein.

Verkehrsflächen nicht zu knapp bemessen

Verkehrsflächen wie Flure und Treppen verbinden die verschiedenen Wohnbereiche Eures Hauses. Vielfach geraten sie bei der Grundrissplanung ins Hintertreffen und werden entsprechend knapp bemessen. Ein Fehler, denn in manchen Bereichen des Hauses solltet Ihr mit dem Platzangebot etwas großzügiger sein.

Das gilt zum Beispiel für den Eingangsbereich mit der Garderobe. Fünf Quadratmeter sind hier das Minimum. Je größer Ihr diesen Bereich plant, desto einladender wirkt er. Übrigens: Treppen benötigen ebenfalls ausreichend Platz, um nicht unangenehm steil ausgeführt werden zu müssen.

Die besten Tools zur Planung findet Ihr in Teil 2 unserer Artikelreihe zum Grundriss.

Verkannte Wohnbereiche: Abstellräume und Keller

Eingekochte Marmelade, Saison-Garderobe, Fahrräder, Wäscheständer, Bügelbrett: Diese Dinge gibt es in jedem Haushalt. Sie alle wollen verstaut werden.

Wenn Ihr Euer Haus unterkellern lasst, werdet Ihr kaum Probleme mit Abstellfächen haben. Vorratskammer, Hauswirtschaftsraum und Abstellraum für sperrige Gegenstände finden dort bequem Platz.

Ohne Keller solltet Ihr den Stauräumen bei der Grundrissplanung etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Zum Unterbringen von Lebensmitteln genügen wenige Quadratmeter (etwa 3 Quadratmeter). Falls Ihr größere, sperrige Gegenstände unterbringen wollt, solltet Ihr ab 6 Quadratmeter aufwärts kalkulieren. Dazu bieten vermeintlich "tote Flächen", etwa unter Treppen, oftmals verblüffend viel Stauraum.

Kompromisse für den besten Komfort

Ganz ehrlich: Den perfekten Grundriss gibt es nicht. Ihr werdet bei der Planung Eures Traumhauses den einen oder anderen Kompromiss eingehen müssen. Auch wenn wahrscheinliche nicht alle Eure Bedürfnisse befriedigt und Wünsche erfüllt werden, heisst das nicht, dass Ihr auf Komfort verzichten müsst.

Wir helfen Euch gerne dabei, einen passenden Grundriss zu finden. Auf unserer kostenlosen Plattform könnt Ihr in wenigen Minuten Eure Anforderungen und Bedürfnisse für Euer Traumhaus eingeben – und wir finden für Euch inspirierende Grundrisse sowie dafür passende Bauunternehmen. Der Vorteil: Alle diese Grundrisse gibt es bereits und Ihr könnt sie nach Euren Vorstellungen individualisieren, bevor sie von den Fertighaus-Herstellern problemlos umgesetzt werden.

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