Grundriss planen Teil 1 – Zehn Tipps zur richtigen Planung eures Hauses

Grundriss planen Teil 1 – Zehn Tipps zur richtigen Planung eures Hauses

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Das eigene Haus zu planen, beginnt in der Regel mit einer Wunschvorstellung des Inneren: wie viele Etagen, Räume sind gewünscht und wie werden sie angeordnet. Es steht eine Grundrissplanung an. Im wahrsten Sinne des Wortes legt Ihr hier die Grundlage für Euer neues Zuhause.

Eine gute Grundrissplanung erfordert einige Vorüberlegungen. Neben der Anordnung Eurer Räume aus rein optischen Gesichtspunkten wie „Wir wünschen uns ein großes Esszimmer mit direkter Küchenanbindung“ solltet Ihr euch auch darüber Gedanken machen, wie Ihr im Alltag die verschiedenen Orte nutzen wollt.  

Ein Bad direkt an das Kinderzimmer grenzend ist dann unpraktisch, wenn einer von euch im Schichtdienst arbeitet und damit immer riskiert, mit dem Gesang in der Dusche die Kleinen zu wecken. Auch für die Möbelerbstücke von Tante Gertrude muss der Platz mitgedacht werden und letztlich sollte euch klar sein, dass ein Haus eine ganze Weile steht und sich eventuell an verändernde Lebensverhältnisse anpassen muss. Dann sollte das ehemalige Kinderzimmer auch noch als Gästezimmer oder Homeoffice funktionieren.  

Einfacher planen mit EuerZuhause

Mit unserem Webtool könnt Ihr diesen Weg aber auch abkürzen: In wenigen Minuten fragen wir Eure Anforderungen und Bedürfnisse an Euer Traumhaus ab und finden für euch inspirierende Grundrisse sowie die dafür passenden Bauunternehmen.

Damit Ihr zu Eurem möglichst perfekten Hausgrundriss kommt, solltet Ihr folgende Überlegungen anstellen, noch bevor Ihr zu Blatt Papier, Lineal und Bleistift greift:

1. Legt Euren Lebensmittelpunkt fest

Schon hier wird es persönlich: Seid Ihr passionierte Köche und habt gern größere Gesellschaften von Familie und Freunden, die Ihr bewirten wollt? Sind euch Indoor-Freizeit-Aktivitäten wie Tischtennis, Sauna oder Brettspiele wichtig? Wie wichtig ist Sofa-Landschaft, weil Ihr gerne im Heimkino die neuesten Blockbuster seht? Allein aus diesen Überlegungen ergeben sich wichtige Prioritäten in Eurem Grundriss. Und nicht selten haben verschiedene Bewohner auch verschiedene Bedürfnisse – sprich, Ihr müsst gleich mehrere dieser Prioritäten festlegen und auch mehrere Lebensmittelpunkte definieren.

Grundsätzlich sind offene Grundrisse mit wenigen Innenwänden und Türen nicht nur günstiger im Bau und einfacher zu planen – sie sorgen auch für flexiblere Nutzung. Wenn man Räume einfach in mehrere gleich große Zimmer umwandeln kann, indem später Trennwände gezogen werden, könnt Ihr euren Grundriss späteren Nutzungen besser anpassen.

2. Familientaugliche Zimmeraufteilung

Wie sehr das Wohnen die Stressfaktoren in Familien bestimmt, kennt jeder aus seinem eigenen Alltag: Warten vor dem Badezimmer, in der ganzen Wohnung verteilter Kinderkram oder auch zu wenige Rückzugsmöglichkeiten – all das lässt sich vermeiden, wenn Ihr die verschiedenen Bedürfnisse überdenkt und in Eure Grundrissplanung einbezieht. Dabei müsst Ihr auch ein bisschen in die Zukunft denken: Auch wenn Ihr noch als Paar das Haus plant, gibt es vielleicht einen Kinderwunsch, und vielleicht auch einen zweiten. Ganz abgesehen davon, dass diese heute noch ungeborenen Kinder auch mal wieder ausziehen und dann höchstens sporadisch bei euch Wohnen. Deshalb sucht nach Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie viele Menschen soll Euer Haus heute und in Zukunft beherbergen?
  • Wie sind die (absehbaren) Tagesabläufe der Familienmitglieder?  
  • Wer wird welchen Raum wann nutzen?
  • Erwartet oder wünscht Ihr euch viel Besuch?
  • Gibt es Räume, die sich noch nicht planbaren Bedarfen anpassen können (wie Fitnessraum, Tischtennis-Platte usw.)?

Hier hilft es auch, Eure bisherigen Erfahrungen zu reflektieren: In welchen Häusern habt Ihr euch besonders wohl gefühlt und warum? Was habt Ihr in Eurer Kindheit immer vermisst? Was funktioniert besonders gut und was besonders schlecht in der Wohnung, in der Ihr bisher lebt?


3. Grundstücksgröße realistisch einschätzen

Ein kleiner Realitätscheck zwischendurch: Wenn Ihr die ganze Liste an Wünschen aufgeschrieben habt, werdet Ihr schnell merken, dass wahrscheinlich nicht alle erfüllbar sind. Denn schon die Größe des Grundstückes wird euch Grenzen setzen.

Doch auch Minihäuser mit nur wenig Grundfläche bedeuten nicht den Verzicht auf alle Bedürfnisse. Hier ist einfach mehr Kreativität und konsequente Planung gefragt: Flure etwa können mehrfache Funktionen erfüllen, eine Wendeltreppe kann platzsparend nach Oben führen, höhere Decke etwa für ein Hochbett schaffen weiteren Raum und das Gäste-WC findet vielleicht in einer sonst kaum nutzbaren Ecke Platz. In kleinen Häusern solltet Ihr den Raumbedarf für jede Funktion nochmal deutlich hinterfragen: Ist das Schlafzimmer nur zum Schlafen da, dann muss da auch kein großer Schrank rein.

4. Stauräume richtig einschätzen

Eine Grundsatzfrage, die doch immer wieder zur Herausforderung wird: Wie viel Stauraum braucht man wirklich? Räume, die wenig genutzt werden, entwickeln sich in aller Regel zu solchen Stauräumen wider willen ... sie werden einfach bis zur Decke voll gestellt. Im Ergebnis: Je mehr Raum man hat, um so mehr sammelt sich an!  

Deshalb: Schaut euch in der bisherigen Wohnung mal genau um und entscheidet, wie viele der Dinge, die da rumliegen, wirklich in Eurem neuen Zuhause sein sollten. Überlegt, wie Ihr diese Dinge gern organisiert haben wollt. In Schränken, in Kammern oder lieber gleich zur Hand, also am liebsten an die Wand gehängt? Nichts wird euch später mehr beschäftigen als das immer wieder neu Sortieren, Wegräumen, Ausräumen und Entsorgen. Nutzt die Gelegenheit Eures Neuanfangs, um die Dinge, die euch umgeben, genau zu prüfen und ihnen schon mal virtuell im Grundriss einen Platz zuzuordnen.

5. Keine toten Räume: Schrägen und Nischen vermeiden

Vermeidet, wo und wie immer es geht, Schrägen und Nischen in Eurem neuen Haus. Die Nutzung solcher Flächen ist immer kompliziert und – etwa bei der Möblierung mit Tischlerware – auch teuer. Außerdem entwickeln sie sich in aller Regel zu zugestellten Stauräumen. Abgesehen davon steigern sie auch den Baupreis: Jeder Malermeister wird nicht nur über diese vielen Ecken und schwer zugänglichen Stellen fluchen sondern euch entsprechend dafür zahlen lassen.  

6. Lage und Besonderheiten eures Grundstückes beachten

Nächster Realitätscheck: Nicht nur die Größe Eures Grundstückes ist für den Grundriss relevant sondern auch die Umgebung ist entscheidend. Während Gebäudeeingänge, Garagen und Abstellräume an der Nordseite eures Hauses gehören, solltet Ihr Schlafzimmer vorzugsweise gen Osten platzieren, um die Morgensonne zu genießen. Wohnzimmer platziert Ihr am besten im südwestlichen Teil des Gebäudes. Habt Ihr ein Grundstück mit Hang, solltet Ihr Abstellräume oder ähnliches an die hanggelegene Gebäudeseite legen.

7. Verkehrsflächen klug planen und Geld sparen

Verkehrsflächen wie Flure und Gänge sind in vielen Häusern toter Raum: Sie werden kaum genutzt und nehmen doch viel Platz weg. Da Wohnraum teuer ist, plant solche Flächen so minimal wie möglich. Mit offenen Wohnkonzepte könnt Ihr viele dieser Flächen einsparen. Vermeidet vor allem schlauchartige Flure.

Auch Treppen sind Platzfresser – und dürfen doch nicht zu klein geplant werden. Schließlich sollen Sie nicht nur fürs Kleinkind sondern auch für die Großmutter sicher sein.  

Viele Bauherren verzichten aus Kostengründen auf den Keller. Doch bedenkt: Auch ein Haus ohne Keller braucht Lagerraum und Platz für die Haustechnik wie Heizung, Strom usw.

8. Wegeplanung nicht vergessen

Weiträumige Häuser bedeuten nicht weite Wege – sondern weite Blicke. Ihr wollt nicht im Alltag feststellen, dass der Weg von der Küche ins Esszimmer nur durch drei Türen und zwei Flure führt. Deshalb lohnt es sich, Eure Alltagsabläufe zu durchdenken und zu überlegen, wie Ihr euch den perfekten Gang durch das Haus vorstellt.  

Deshalb spricht vieles für einen zentralen Flur, von dem ihr in alle Räume leicht eintreten könnt.

9. Blickachsen prüfen und einplanen

Blickachsen werden sehr häufig in der Grundrissplanung vergessen. Dabei haben sie großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Das liegt wohl auch daran, dass es gar nicht so einfach ist, sich die Blicke in einem ungebauten Haus vorzustellen.

Grundsätzlich solltet Ihr über zwei verschiedene Blickarten nachdenken: die nach Außen und die im Inneren des Hauses. Habt Ihr viele kleine Zimmer und eine abgetrennte Küche geplant, kann es passieren, dass Ihr keine Chance habt, das Kleinkind im Blick zu behalten, während Ihr das Mittagessen kocht. Das könnte man durch eine sinnvolle Planung der Blickachse ändern, etwa durch eine Wohnküche oder einen offener Ess-Wohnbereich, vielleicht sogar mit Ausgang zum Garten.

Und dann solltet Ihr in jedem Falle mal einen Tag auf eurem Grundstück verbringen und sowohl den Sonnenstand, die allgemeine Lichtsituation und Eure Umgebung beobachten. Wie ärgerlich, wenn Ihr erst nach dem Bau feststellt, dass die Straßenbeleuchtung direkt ins Schlafzimmerfenster scheint. Oder der einzig schöne weite Blick durch eine fensterlose Wand verstellt wurde.  

10. Badplanung und Versorgungsleitung

Die Badplanung ist heutzutage eine Wissenschaft für sich – aber keine Raketenwissenschaft. Mit etwas Überlegung könnt Ihr zumindest Eure Wünsche gut definieren. Die Bauprofis werden euch dann mit den Möglichkeiten schon auf den Boden der Tatsachen holen. Wobei: Beinahe alles ist möglich, es ist nur eben dann auch teuer. Es gibt ausgesprochen intelligente Lösungen für Badezimmer, die auch auf kleinen Flächen Wohlfühloasen ermöglichen und euch den nötigen Stauraum verschaffen.

Grundsätzlich solltet Ihr Türen planen, die nach Außen aufgehen, um Platz im Bad zu schaffen und natürlich sollten Bäder möglichst Fenster haben, um das Sonnenlicht nutzen zu können und auch zu Lüften.

Bei den Bädern und auch der Küche solltet Ihr bedenken, dass hinter diesen Räumen, quasi in den Wänden, Versorgungsleitungen liegen. Zu- und Abwasser muss fließen. In der Regel konstruieren Architekten Häuser so, dass diese Versorgungsschächte an mehrere der Räume angrenzen, die diese Zuleitungen benötigen. Für euch heißt das: Ein Bad im Obergeschoss sollte mehr oder weniger auch dort auf dem Grundriss sitzen, wo darunter das Bad und/oder die Küche ist.  

11. Flexible Raumnutzung: Stellwände einplanen

Damit das neues Zuhause mit euch und Euren Bedürfnissen mitwachsen kann, solltet Ihr möglichst flexible Raumplanungen anstreben. Am besten geht das, wenn Ihr später durch einfache Stell- oder Trockenbauwände Räume teilen könnt. Hier gibt es ein ganze Reihe von cleveren Lösungen – die wird euch aber kaum ein Handwerker anbieten, wenn Ihr nicht danach fragt. Also, plant Euer Zuhause nicht nur für den Moment sondern auch in eine (noch ungewisse) Zukunft und formuliert die verschiedenen Nutzungskonzepte, die Ihr euch über die kommenden Jahre vorstellen könnt, in verschiedenen Grundriss-Versionen. Mit diesen Vorstellungen könnt ihr mit dem Bauträger, Architekten, Fertigbauhhersteller oder Handwerker sehr viel genauer besprechen, wie ein guter und dann auch umsetzbarer Grundriss aussieht.

Fazit

Plant Ihr euren Grundriss, dann ist das wichtig, sich noch vor der ersten Zeichnung Gedanken zu machen, was Euer neues Zuhause eigentlich genau bieten soll. Je detailierter Ihr dabei vorgeht, umso näher wird das fertige Haus Euren Wünschen entsprechen.

In einem weiteren Artikel zeigen wir euch, wie ihr bei der Grundrissplanung Schritt für Schritt vorgeht. Und wir verschaffen euch einen Überblick, mit welchen Tools und Programmen ihr einen professionellen Grundriss digital erstellen könnt.

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